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PMS ist kein Charakterproblem:

Warum du vor deinen Tagen nicht du selbst bist

Kennst du diese Tage vor deinen Tagen, an denen du dich plötzlich fragst:

Was ist eigentlich los mit mir?

Du bist schneller gereizt, fühlst dich innerlich unruhig, hast Heißhunger, deine Brüste spannen, dein Bauch ist aufgebläht oder du bist einfach nur müde und erschöpft. Vielleicht zweifelst du an dir, an deiner Beziehung oder an Dingen, die sich ein paar Tage später wieder ganz anders anfühlen.

Wenn diese Beschwerden immer wieder in der zweiten Zyklushälfte auftreten, also nach dem Eisprung, und mit Beginn der Menstruation wieder leichter werden oder verschwinden, kann PMS dahinterstecken.

PMS bedeutet prämenstruelles Syndrom. Es beschreibt körperliche und emotionale Beschwerden vor der Periode. Und ganz wichtig: PMS bedeutet nicht, dass du dich nicht im Griff hast. Es ist ein Signal deines Körpers.


Woran du PMS erkennen kannst

PMS kann bei jeder Frau anders aussehen.

Typische PMS Beschwerden sind Müdigkeit, Brustspannen, Wassereinlagerungen, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Verstopfung, ein aufgeblähter Bauch oder Heißhunger.

Auf emotionaler Ebene zeigt sich PMS oft durch Stimmungsschwankungen, innere Unruhe, Reizbarkeit, Traurigkeit, Zweifel, Überforderung oder das Gefühl, plötzlich viel empfindlicher zu sein.

Vielleicht kennst du das auch: Dein Kind schüttet ein Glas Saft aus und du explodierst, obwohl du eigentlich weißt, dass es nur ein Glas Saft war. Dein Partner sagt einen Satz und du nimmst ihn viel persönlicher als sonst. In der Arbeit bekommst du Kritik und plötzlich kommen dir die Tränen.

Eine Woche später würdest du auf die gleiche Situation vielleicht ganz anders reagieren.

Genau dieses zyklische Auftreten ist ein wichtiger Hinweis. Wenn Beschwerden vor der Periode kommen und mit der Menstruation wieder leichter werden, lohnt es sich, deinen Zyklus genauer zu beobachten.


Warum PMS entstehen kann

PMS hat nicht die eine Ursache. Dein Zyklus ist ein sensibles Zusammenspiel aus Hormonen, Nervensystem, Blutzucker, Darm, Schlaf, Stress, Ernährung und deinem Lebensstil.

Ein wichtiges Hormon in der zweiten Zyklushälfte ist Progesteron. Ich nenne Progesteron gerne den Fels in der Brandung, weil es beruhigend und stabilisierend wirkt. Es unterstützt dein Nervensystem und kann Wassereinlagerungen entgegenwirken.

Progesteron wird nach dem Eisprung gebildet. Wenn der Eisprung ausbleibt oder nicht optimal verläuft, kann dein Körper weniger Progesteron bilden. Dann kann das Verhältnis zwischen Östrogen und Progesteron aus dem Gleichgewicht kommen, und genau hier können typische PMS Beschwerden entstehen.

Besonders ab Mitte 30 merken viele Frauen, dass sich etwas verändert. Der Zyklus wird kürzer, die Stimmung kippt schneller, Brustspannen oder Heißhunger nehmen zu und plötzlich fühlt sich die Woche vor den Tagen viel intensiver an.

Du bist also nicht plötzlich falsch. Dein Körper verändert sich und braucht vielleicht mehr Unterstützung.



Dein Lebensstil ist dein hormonelles Fundament

Ich hätte mir früher gewünscht, dass mir jemand nicht nur eine schnelle Lösung anbietet, sondern diese Fragen stellt:

Wie viel schläfst du?

Wie isst du?

Wie viel Stress hast du?

Wie stabil ist dein Blutzucker?

Wie gut kann dein Körper wirklich zur Ruhe kommen?

Denn genau das ist das Fundament deiner hormonellen Balance.

Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen oder das nächste Supplement zu finden. Wenn die Basics nicht stimmen, wird es für deinen Körper schwer.

Dein Körper braucht Schlaf, Nährstoffe, stabile Mahlzeiten, einen gesunden Darm, ein reguliertes Nervensystem und weniger Belastung durch Hormonstörer im Alltag.



5 Bereiche, die du bei PMS anschauen darfst


1. Ernährung und Blutzuckerbalance

Deine Hormone brauchen Baustoffe. Wenn du zu wenig isst, ständig fastest, Mahlzeiten auslässt oder stark im Kaloriendefizit bist, kann dein Körper das als Stress wahrnehmen.

Für eine stabile hormonelle Balance sind Eiweiß, gesunde Fette, Ballaststoffe, komplexe Kohlenhydrate und Mikronährstoffe wichtig.

Auch dein Blutzucker spielt eine große Rolle. Wenn dein Blutzucker ständig Achterbahn fährt, kann das Heißhunger, Stimmungsschwankungen, Müdigkeit und innere Unruhe verstärken.

Ein einfacher erster Schritt ist dein Frühstück. Iss Kohlenhydrate nicht alleine, sondern kombiniere sie mit Eiweiß, Ballaststoffen und gesunden Fetten. Zum Beispiel Porridge mit Skyr, Beeren und Mandelmus oder Eier mit Gemüse, Avocado und Cottage Cheese.


2. Darmgesundheit

Dein Darm ist eng mit deinen Hormonen verbunden. Ein gesunder Darm unterstützt unter anderem den Östrogenstoffwechsel.

Du kannst deinen Darm unterstützen, indem du vielfältig isst, verschiedene Pflanzen einbaust und fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Sauerkraut, Kimchi oder Sauerteigbrot nutzt.

Je bunter und abwechslungsreicher dein Teller ist, desto besser unterstützt du dein Mikrobiom.


3. Stress und Nervensystem

Stress ist einer der größten Hebel bei PMS. Und Stress ist nicht nur eine volle To do Liste, sondern auch zu wenig Schlaf, zu wenig Essen, zu viel Kaffee, zu viel Training, emotionale Belastung oder ständiges Funktionieren.

Wenn dein Körper dauerhaft im Stressmodus ist, bekommt er das Signal: Es ist gerade nicht sicher.

Dann kann der Körper beginnen, beim Zyklus Energie einzusparen. Der Eisprung kann darunter leiden und damit auch die Progesteronbildung.

Deshalb ist Stressreduktion kein Luxus, sondern Hormonarbeit.


4. Entspannung und Atempausen

Du brauchst nicht immer eine Stunde Yoga oder ein perfektes Morgenritual.

Manchmal reichen fünf Minuten.

Lege eine Hand auf dein Herz, atme langsam ein und langsam aus. Zum Beispiel fünf Sekunden ein und fünf Sekunden aus. So bekommt dein Nervensystem das Signal: Ich bin sicher. Ich darf runterfahren.

Gerade in der zweiten Zyklushälfte kann das sehr wertvoll sein, weil dein Körper in dieser Zeit oft sensibler auf Stress reagiert.



5. Hormonstörer im Alltag

Hormonstörer sind Stoffe aus unserer Umwelt, die unser Hormonsystem beeinflussen können. Sie können zum Beispiel in Kosmetik, Sonnencreme, Haarpflege, Plastik, beschichteten Pfannen, Waschmitteln oder Verpackungen vorkommen.

Es geht nicht darum, panisch alles wegzuwerfen. Aber es macht Sinn, Schritt für Schritt hinzuschauen.

Was kommt täglich auf deine Haut? Welche Produkte verwendest du jeden Tag? Worin bewahrst du Lebensmittel auf? Welche Dinge kannst du nach und nach austauschen?


Du musst PMS nicht einfach hinnehmen

Ich möchte, dass du eine Sache wirklich mitnimmst:

Du bist deinem Zyklus nicht ausgeliefert.

Wenn du vor deinen Tagen gereizt, müde, hungrig, traurig oder nicht du selbst bist, dann bist du nicht falsch. Dein Körper zeigt dir etwas. PMS ist kein Charakterproblem. PMS ist ein Körpersignal.

Und wenn du lernst, dieses Signal zu verstehen, kannst du Schritt für Schritt dein hormonelles Fundament stärken.Beginne mit einem kleinen Schritt. Vielleicht startest du morgen mit einem blutzuckerstabilen Frühstück. Vielleicht baust du fünf Minuten Atmung ein. Vielleicht schaust du dir ein Kosmetikprodukt an, das du täglich verwendest. Vielleicht beginnst du einfach damit, deinen Zyklus bewusster zu beobachten.Denn je besser du deinen Körper verstehst, desto weniger musst du gegen dich kämpfen.


Fazit

PMS Beschwerden vor der Periode sind weit verbreitet, aber du musst sie nicht einfach aushalten.

Wenn du jeden Monat vor deinen Tagen Stimmungsschwankungen, Heißhunger, Brustspannen, Wassereinlagerungen, Müdigkeit, innere Unruhe oder starke Gereiztheit spürst, darfst du genauer hinschauen.

Dein Zyklus ist keine Schwäche. Er ist eine Einladung, deinen Körper besser kennenzulernen und dein hormonelles Fundament zu stärken.


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Wenn du mehr über PMS, Blutzuckerbalance und hormonfreundlichen Alltag erfahren möchtest, findest du auf meinem Instagram Account regelmäßig einfache Impulse und alltagstaugliche Tipps.


Hinweis

Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei starken, anhaltenden oder belastenden Beschwerden wende dich bitte an deine Ärztin, deinen Arzt oder eine qualifizierte Therapeutin. Eine Haftung für die Umsetzung der Inhalte wird ausgeschlossen.

 
 
 

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